Bestraft Gott uns, wenn wir sündigen?

Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und seine Wege sind nicht unsere Wege. Wir Menschen neigen dazu, aus eigener Kraft eine Brücke zu Gott bauen zu wollen. Doch das ist ein Fehler, den viele machen. Was in unseren Augen harmlos erscheint, kann in Gottes Augen etwas sehr Ernstes sein.

Oft rechtfertigen wir uns mit Worten wie:

„Das war doch nicht so schlimm“ oder
„Ich habe ja niemandem wehgetan.“

Doch die entscheidende Frage ist nicht, wie wir etwas sehen – sondern wie Gott es beurteilt.
Denn Gott ist Liebe, aber er ist auch gerecht.


Ein Beispiel

Stell dir einen Mann vor, der sich selbst für ehrlich und freundlich hält.
Er achtet in seinem Leben darauf, niemandem zu schaden und immer das Richtige zu tun.
Eines Tages steht er in einem Geschäft und sieht einen schönen Stift. Er kostet 20 Euro – mehr, als er ausgeben möchte. Kurzerhand steckt er ihn in seine Tasche.

Er wird erwischt und landet vor Gericht.
Der Richter verurteilt ihn zu einer Geldstrafe von 2 000 Euro – das Hundertfache des Preises.

Empört sagt der Mann:

„Euer Ehren, ich war 40 Jahre lang ehrlich und habe nie etwas gestohlen.
Soll ich jetzt für diesen einen Fehler so hart bestraft werden?“

Doch der Richter antwortet:

„Nur weil Sie 40 Jahre lang nichts Falsches getan haben,
gibt Ihnen das nicht das Recht, jetzt zu stehlen.
Wäre ich kein gerechter Richter, wenn ich das einfach durchgehen ließe?“


Sünde ist wie Gift

Manche Menschen denken:

„Meine Sünden sind doch klein. Ich habe niemanden umgebracht oder betrogen.“

Sünde ist wie GiftDoch stell dir einmal zwei Gläser Wasser vor:
Eines enthält nur einen einzigen Tropfen Gift, das andere ist ganz mit Gift gefüllt.
Welches dieser beiden Gläser würdest du trinken?
Beide führen zum Tod – egal, ob es ein Tropfen oder ein ganzes Glas ist.

So ist es auch mit der Sünde.
Vor Gott gibt es keine „kleine“ oder „große“ Sünde.
Sünde trennt uns von ihm, ganz gleich in welchem Ausmaß.
Denn er ist heilig, und in seiner Gegenwart kann keine Sünde bestehen.


Röm 6,23 “Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; das unverdiente Geschenk Gottes dagegen ist das ewige Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.«”


Gott ist gerecht

Die Bibel zeigt unmissverständlich, dass Gottes Gericht unausweichlich ist und jeden Menschen betrifft. In Hebräer 9,27 heißt es: „Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“ Jeder Mensch wird vor Gott stehen und Rechenschaft über sein Leben ablegen müssen. Dieses Gericht richtet sich nach Gottes vollkommenem Maßstab, nicht nach menschlicher Meinung oder moralischem Empfinden.

Gottes Gerechtigkeit verlangt, dass Sünde gesühnt wird. Kein Mensch kann sich aus eigener Kraft gerecht machen oder durch gute Werke vor Gott bestehen, denn „alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit Gottes“ (Römer 3,23). Darum hat Gott in seiner Liebe einen Weg geschaffen, dass der Mensch dem gerechten Gericht entkommt – durch Jesus Christus, der die Strafe der Sünde am Kreuz getragen hat (Jesaja 53,5; Römer 5,8).

Doch die Bibel ist ebenso klar darin, dass nur derjenige, der diesen Weg annimmt, gerettet wird. Jesus selbst sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Johannes 14,6). Diese Aussage schließt aus, dass es alternative Wege zu Gott gäbe. Wer die Erlösung, die Gott in Christus anbietet, ablehnt, entscheidet sich gegen das Leben selbst.

In Johannes 3,18 wird dies deutlich formuliert: „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ Der Mensch, der sich bewusst gegen Jesus entscheidet, bleibt in seiner Schuld und trennt sich selbst von Gott. Diese Trennung ist es, was die Bibel als Verlorenheit bezeichnet – ein ewiger Zustand der Gottesferne.

Das Gericht Gottes ist also kein Ausdruck von Willkür, sondern die Konsequenz einer freien Entscheidung. Gott zwingt niemanden, seine Gnade anzunehmen, aber er respektiert die Entscheidung jedes Menschen. 2. Petrus 3,9 sagt: „Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.“ Gott will, dass Menschen gerettet werden – doch wer seine Gnade ablehnt, wählt den Weg der Trennung.

Das bedeutet: Gott ist gerecht, weil er Sünde richtet, und er ist liebevoll, weil er den Weg zur Rettung geöffnet hat. Am Kreuz begegnen sich diese beiden Seiten seines Wesens vollkommen: Gerechtigkeit wird erfüllt, und Gnade wird möglich. Wer Jesus annimmt, wird freigesprochen; wer ihn verwirft, bleibt unter dem Gericht.


Genauso ist es bei Gott.
Er ist vollkommen gerecht – und darum MUSS er Sünde bestrafen.
Vor ihm gibt es keine kleinen oder großen Sünden.
Sünde ist Sünde. Und weil Gott heilig ist, kann er keine Gemeinschaft mit der Sünde haben.

Vielleicht denkst du jetzt:

„Wenn das so ist, habe ich ja gar keine Chance vor Gott.“

Aber hier liegt die gute Nachricht – die frohe Botschaft:
Es gibt einen Weg.
Einen einzigen Weg, der uns mit Gott versöhnt.

Und dieser Weg heißt:
JESUS CHRISTUS.

Johannes 3,16-17 “Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten. Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht an ihn glaubt, ist schon verurteilt, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat. Und so vollzieht sich das Gericht: Das Licht ist vom Himmel in die Welt gekommen, aber sie liebten die Dunkelheit mehr als das Licht, weil ihre Taten böse waren. Sie hassen das Licht, weil sie im Dunkeln Böses tun. Sie bleiben dem Licht fern, weil sie Angst haben, dass ihre Taten aufgedeckt werden. Wer sich aber nach der Wahrheit ausrichtet, tritt ans Licht und jeder kann sehen, dass er in Verantwortung vor Gott handelt.